Aktuell/Ongoing

04.10.2017

Bildvortrag «Kunstszene Teheran». Ein Erfahrungsbericht von Peter Fischer

Aria Tabandehpoor, Untitled, from

Kulturraum Thalwil, Bahnhofstr. 24, Thalwil
4. Oktober 2017, 10.15 Uhr (Türöffnung und Bar ab 19.30 Uhr)
In Zusammenarbeit mit Oryx Foundation und AB43 Contemporary

Aufgrund seiner Begegnungen mit vielen Exponentinnen und Exponenten der Kunst- und Kulturszene hat der Kunsthistoriker, Kurator und Autor Peter Fischer die 20 Millionen-Metropole Teheran als reiches, fruchtbares und zugleich spannungsvolles Umfeld für die Kunstproduktion und Kulturvermittlung kennen gelernt. In einer mit neuesten Erfahrungen leicht ergänzten Wiederaufnahme seines Bildvortrags vom März dieses Jahres berichtet er über die Herausforderungen und Erfahrungen in diesem transkulturellen Dialog.

26.-29.10.2017

«Expeditionen ins Landesinnere»

Stefan à Wengen, Miluh Nr. 2, 2016

Eine Statement-Ausstellung der Kunst Zürich, ABB Halle 550, Zürich-Oerlikon, 26. bis 29. Oktober 2017, kuratiert von Peter Fischer

Was ist Schweizer Kunst? Gibt es Schweizer Kunst? Braucht es Schweizer Kunst? Die Frage nach den nationalen Eigenheiten von Kunst mag im Zeitalter der Globalisierung obsolet erscheinen, und doch wird das Kriterium der Nationalität beim Sammeln, Fördern und Vermitteln von Kunst immer noch und immer wieder angewendet. So verschreibt sich die Sammeltätigkeit von Firmen sehr oft der Schweizer Kunst, die öffentliche Kulturförderung so­wieso, und kaum ein Künstler oder eine Künstlerin kann verhindern, dass die Staatszuge­hö­rig­keit bei seiner, bzw. ihrer Nennung stets mitangeführt wird.

Die von Peter Fischer im Rahmen und im Auftrag der Messe Kunst Zürich kuratierte Statement-Präsentation befragt das Etikett «Schweizer Kunst»: Zeigt sich das «Schweizerische» in der Kunst gegebenenfalls in einer spezifischen Ikonografie? In Referenzen zu einer kulturellen Tradition des Landes? Im Ausdruck einer wie auch immer gearteten nationalen Identität?

Die rund 50 Exponate und Instal­lationen in allen Medien werden innderhalb der Kunst 17 Zürich in einer zentralen Halle auf 750 m2 gezeigt. Die Auswahl erfolgte mehrheitlich aus Vorschlägen der an der Messe teilnehmenden Galerien. Der Kurator ergänzte sie durch einzelne Werke aus Firmen-, bzw- Privatsamm­lungen sowie von Kunstschaffenden direkt. So eröffnet die Präsentation ein komplexes, durchaus auch spielerisches Reflexionsfeld und gibt zugleich einen spannenden Einblick in das reiche künstlerische Schaffen in diesem Lande.

Interessanter­weise widerspiegelt der Titel der Schau – «Expeditionen ins Landesinnere» – nicht etwa die vorgegebenen Kriterien für die Werkauswahl, sondern drängte sich erst im Nachhinein, nämlich aufgrund einer kritischen Sichtung der selektionierten Werke, sozusa­gen auf. Er spricht davon, dass Künstlerinnen und Künstler von einer spezifisch schweizeri­schen Umwelt inspiriert werden sowie von einer durch diese wie auch durch die Geschichte geprägten Kultur. Neben dem Interesse an der erhabenen Landschaft manifestiert sich immer wieder die Faszination für das Beiläufige, sodass auch unspektakulären Motiven ästhetische Reize abgerungen werden. Selten bleibt es beim Oberflächlichen. Die «Expeditionen ins Landesinnere» decken Ambivalenzen auf und münden in Reflexionen, die – manchmal subtil, manchmal unübersehbar – unsere vermeint­lich heile Welt mit den beunruhigenden globalen Herausforderungen in Verbin­dung bringen.

Vorläufige Liste der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler: Stephan à Wengen, Judith Albert, Emmanuelle Antille, Peter Baracchi, Bendji Bendji, Brigitt Bürgi, Klodine Erb, Tatjana Erpen, Romuald Etter, Jeroen Geel, Franz Gertsch, Peter Gospodinov, Nina Hebting, Uwe Karlsen, Lutz/Guggisberg, Dierk Maass, Bruno Müller-Meyer, Augustin Rebetez, Valentin Roschacher, Max Roth, Hannes Schmid, Markus Schwander, George Steinmann, Monica Studer/Christoph van den Berg, Not Vital, Eric Winarto, Uwe Wittwer, Peter Wüthrich, Teres Wydler, Dominik Zehnder.

ongoing

SOS-Museen

Zwei der bedeutendsten Luzerner Museen – das Historische Museum und das Natur-Museum Luzern – sind von der Schliessung bedroht.

Man glaubt es kaum: Der Luzerner Regierungsrat wollte die beiden kantonalen, auf gesetzlicher Grundlage betriebenen Museen per 1.1.2018 schliessen, sollte der Kantonsrat im September nicht einer Lockerung der Schuldenbremse zustimmen.

Dagegen haben auf www.SOS-Museen.ch mehr als 17’000 Personen protestiert. Dies hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass der Kantonsrat die Schuldenbremse teilweise gelockert hat und die Schliessung fürs Erste abgewendet ist.

Gleichwohl sieht der Regierungsrat in der Kultur und speziell bei den beiden kantonalen Museen längerfristig ein Sparpotenzial, das diese existenziell bedroht.

Die Aktionsgruppe «SOS-Museen» unter der Leitung der Freundesvereine der beiden Museen bleibt aktiv und wird den politischen Weg beschreiten, um den Regierungsrat dazu zu bringen, seine Sparübungen gegebenenfalls aufgrund von sachpolitischen Konzepten zu verfolgen.

Siehe: www.SOS-Museen.ch

2018

Surrealismus Schweiz

Eine Ausstellung des Aargauer Kunsthauses, Aarau, 1. September 2018 bis 2. Januar 2019, kuratiert von Peter Fischer.
Danach von Mitte Februar bis Mitte Mai im Museo d’arte della Svizzera italiana (MASI), Lugano.

Erstmals wird den Schweizer Vertreterinnen und Vertretern dieser wichtigen Kunstströmung des 20. Jahrhunderts eine umfassende Ausstellung und eine Publikation gewidmet. Der Surrealismus entwickelte sich in diesem Lande in den Zwischenkriegsjahren im Spannungsfeld der Pole der Pariser Avantgarde und eines Klimas der «nationalen Erneuerung». Nebst den in Paris tätigen und international ausführlich rezipierten Alberto Giacometti und Meret Oppenheim erarbeiteten zahlreiche weitere Schweizer Kunstschaffende eigenständige, dem Surrealismus zuzurechnende Positionen. So leistet dieses Projekt einen überfälligen Beitrag zur Historiographie der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts.

Siehe Webseite Aargauer Kunsthaus

2017–2021

«Löwendenkmal 21». Mehrjahresprojekt der Kunsthalle Luzern

Das 200 Jahr-Jubiläum des Luzerner Löwendenkmals veranlasst die sich in unmit­tel­barer Nachbar­schaft domizilierte Kunsthalle Luzern, eines der berühmtesten Denkmäler der Schweiz mit künstlerischen Mitteln und transdisziplinär zu ergründen.

Von 2017 bis zum eigent­lichen Jubiläum am 10. August 2021 widmen sich Ausstellungen, Performances, Veranstaltungen und Publikationen allen möglichen Aspekten des Denkmals. Der ebenso nachdenkliche wie anregende Prozess wird während fünf Jahren gemeinsam mit Partnern aus Kultur, Bildung und Touris­mus stattfinden. «LÖWENDENKMAL 21» will einerseits den Luzernern ihren Löwen näherzubringen, andererseits diese unkonventio­nelle Beschäftigung mit einem Denkmals in die Welt hinauszutragen.

Die Kunsthalle Luzern hat Peter Fischer mit der Projektleitung betraut.

Über Ausschreibungen, konkrete Programmpunkte, Partner, teilnehmende Künstlerinnen und Künstler wird laufend auf der Webseite www.loewendenkmal21.ch und punktuell via Medien informiert.

Interview auf ZentralPlus Onlinemagazin 3.1.2107 (PDF)

ongoing

Kunstszene Iran

Die aktuelle Kunstszene im Iran ist lebendig und vielfältig. Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten buchstäblich auf dem Boden einer der ältesten Hochkulturen der Welt. Die westliche Sicht auf die iranische Gesellschaft und die zeitgenössische persische Kunst ist getrübt.

Grund genug, sich mit der Kunstszene im Iran vertieft auseinander zu setzen. Mein Ziel liegt darin, mehr Wissen zu erlangen, um Projekte des Austausches zwischen iranischer und europäischer Kunst, bzw. den Kunstschaffenden zu entwickeln.

Seit 2016 führen mich verschiedene Reisen in Ateliers von Künstlerinnen und Künstlern, ermöglichen den Austausch mit Schlüsselfiguren der Szene, Treffen mit Mentoren, Sammlern, Galeristinnen und Kritikern, Vertretern von Hochschulen und der sich weierentwickelnden Museumsszene.

Über konkrete Projekte werde ich zu gegebener Zeit an dieser Stelle berichten.

Finding the Third Way, Artikel der Künstlerin und Kritikerin Jinoos Taghizadeh, in: Bidouin, issue 13.