Projekte

2016

Max von Moos. Der Zeichner

Publikation «Max von Moos. Der Zeichner», herausgegeben von Peter Fischer, Gestaltung: Katarina Lang, Luzern, Max von Moos Stiftung; Luzern/Poschiavo, Edizioni Periferia 2016.

Max von Moos (1903–1979) wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Sein Vater Josef von Moos (1859–1939) war Vertreter eines Jugendstils schweizerischer Ausprägung. Ab 1919 führte er als Rektor die Luzerner Kunstgewerbeschule und baute sie zu einem akademischen Betrieb aus. Max von Moos fand seine Berufung früh in der grafischen und der bildenden Kunst und wie sein Vater fühlte er sich neben seiner intensiven künstlerischen Praxis der Lehrtätig­keit hingezogen – von 1931 bis 1969 war er Lehrer an der Kunstgewerbeschule Luzern.

Max von Moos’ Biografie kommt äusserlich unaufgeregt daher. Abgesehen von einem einjährigen Studienaufenthalt 1922 in München und späteren kurzen Reisen vor allem in den Mittelmeerraum und dann auch nach Russland verbrachte er seine gesamte Lebenszeit in seinem Elternhaus, der sog. «Villa Heimbach» in Luzern. Handkehrum war Max von Moos Zeuge und Mitgestalter einer hochinteressanten, rasanten Zeit der künstlerischen Entwicklungen der Moderne im 20. Jahrhundert, wobei er teilweise zwischen den Polen Abstraktion und Figuration pendelte, aber stets die Figuration bevorzugte. Von Moos gilt als einer der Hauptvertreter des Surrealismus in der Schweiz, auch wenn sich sein Werk nicht auf diese Strömung alleine reduzieren lässt. Ornamentale und zeichenhafte Formen beleben es ebenso sehr wie die imaginierten, traumhaften Welten. Das von Moos’sche Œuvre umkreist praktisch ausnahms­los existenzielle Themen. Es ist dem Abgründigen, Bedrohlichen, Zerstörerischen geradezu zugeneigt.

Nicht anders als bei Paul Klee, Pablo Picasso oder Louise Bourgeois, um nur ein paar seiner Zeitgenossen anzuführen, erwies sich das Zeichnen für Max von Moos als eine lebenslange Obsession. In seinem Nachlass finden sich mehr als 25’000 grafische Blätter. Natürlich sind sie nicht alle künstlerisch gleich bedeutsam, zeugen aber vom grossen Stellenwert des Prozesshaften in seiner Kunst und verraten viel über die Entwick­lungen, aber auch Konstanten in seinem Schaffen.

Mit Ausnahme des schmalen zweibändigen Katalogs der Retrospektive im Kunstmuseum Luzern 1984 geben die vier wichtigen Monografien zum Werk von Max von Moos (Thali 1974, Heusser 1982, Kunz/Kunstmuseum Luzern 1984, Roman Kurzmeyer 2002) dem zeichneri­schen Werk nur wenig Aufmerksamkeit. Es ist jetzt also zum ersten Mal, dass dieser so bedeutenden Gattung im Schaffen von Max von Moos eine eigene Publikation gewidmet wird. Peter Fischer, von 2001 bis 2011 Direktor des Kunstmuseums Luzern und von 2011 bis 2016 Direktor des Zentrum Paul Klee in Bern, wurde von der Max von Moos-Stiftung mit der Herausgabe dieser Publikation betraut. Er würdigt das exzessive zeichnerische Schaffen kritisch und interpretiert das von Moos’sche Universum nicht nur wie bisher hauptsächlich aus der Persönlich­keit des Künstlers heraus, sondern stellt es aus der Sicht des 21. Jahrhunderts in einen internationalen kunst­historischen Kontext. Insofern erfüllt diese Publikation ein lange gehegtes Desiderat für die Schweizer Kunstgeschichte und rückt eine der wichtigsten Luzerner Künstlerpersön­lichkeiten des 20. Jahrhunderts in ein neues Licht.

2016

Chinese Whispers

Die weltberühmte Sammlung Sigg widerspiegelt die chinesische Gegenwartskunst seit Beginn der politischen und wirtschaftlichen Öffnung Chinas Ende der 1970er Jahre. Der Schweizer Journalist, Wirtschaftmann und Diplomat Uli Sigg hat sie im Bewusstsein, als Sammler in seiner Zeit etwas einzigartiges zu tun, als Dokument angelegt. Grosse Teile finden nun als M+ Sigg Collection Eingang in das neu gegründete M+ Museum for Visual Culture, das 2019 in einem von Herzog & De Meuron errichteten Gebäude in Hong Kong eröffnen wird.

Die Ausstellung «Chinese Whispers. Neue Kunst aus den Sigg & M+ Sigg Collections» (Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee, 2016, kuratiert von Kathleen Bühler) wurde von den beiden Berner Direktoren  Peter Fischer (Zentrum Paul Klee) undMatthias Frehner (Kunstmuseum Bern) initiiert und realisiert. Sie zeigt wohl zum letzten Mal im Westen in diesem Umfang eine so umfassende Auswahl aus der Sammeltätigkeit von Uli Sigg. Dabei konzentriert sie sich auf die zweite Künstlergeneration und schliesst somit an «Mahjong», die erste grosse Präsentation der Sammlung Sigg 2005 im Kunstmuseum Bern an. Ausserdem nimmt sie u.a. ein Thema auf, welches Peter Fischer in der Ausstellung «Shanshui – Poesie ohne Worte. Landschaft in der chinesischen Gegenwartskunst» 2011 im Kunstmuseum Luzern erstmals zur Diskussion gestellt hatte, nämlich die Bedeutung der Tradition für das aktuelle chinesische Kunstschaffen.

 

2015–2016

About Trees

Seit Menschengedenken ist der Baum ein vielschichtiges Sinnbild für das kulturelle Verständnis. Das Motiv des Baumes findet sich auch in der zeitgenössischen Kunst. Die Künstlerinnen und Künstler benutzen es, um über den Menschen und sein Verhältnis zur Natur, also über das Dasein an sich nachzudenken. Die Ausstellung About Trees versammelte Werke von mehr als 30 Künstlerinnen und Künstlern aus allen Kontinenten, darunter Arbeiten, die speziell für die Ausstellung geschaffen wurden. Ein interdisziplinäres Veranstaltungspogramm liess Fachleue aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zu Wort kommen, und eine Publikumsaktion «Der Baum und Ich» lud dazu ein, persönliche Baumgeschichten zu einer öffentlichen Baumgeschichtensammlung beizutragen.

About Trees, Ausstellung im Zentrum Paul Klee, Bern, 2015–2016, kuratiert von Peter Fischer und Brigitt Bürgi, mit Werken von Carlos Amorales, Ursula Biemann & Paulo Tavares, Merjin Bolink, Louise Bourgeois, Berlinde De Bruyckere, Mark Dion, Peter Doig, Valérie Favre, Anya Gallaccio, Rodney Graham, John Isaacs, Naoko Ito, William Kentridge, Anselm Kiefer, Paul Klee, Zilvinas Landzbergas, Rosemary Laing, Ndary Lo, Paul McCarthy, Ana Mendieta, Agnes Meyer-Brandis, Paul Morrison, Shirin Neshat, Jill Orr, Renzo Piano, Pipilotti Rist, Ugo Rondinone, Julian Rosefeldt, Michael Sailstorfer, George Steinmann, Wolfgang Tillmans, Su-Mei Tse, Shinji Turner-Yamamoto.

Thematische Ausstellungen, kuratiert zusammen mit Brigtt Bürgi

Seit 2002 realisiert Peter Fischer zusammen mit der Künstlerin und Kunstvermittlerin Brigitt Bürgi thematische Ausstellungen. Im Zentrum stehen Themen existenzieller Dimensionen. Die Ausstellungen leben von einer intensiven Zusammenarbeit mit zeitgenössischen internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von einer emotionalen, intellektuellen, z.T. auch schöpferischen Involviertheit des Publikums. Die Ausstellungen befördern das Verständnis für einen aktuellen künstlerischen Ausdruck als Beitrag zu einer Reflexion über Sein und Handeln in unserer Welt. Sie sind offen, undogmatisch und gleichwohl in hohem Masse politisch zu verstehen.

2015

Catherine Gfeller – ZIG ZAG ZPK

Mit Blick auf die normalen «Geschäftsmodelle» zwischen Kulturinstitutionen und Kunstschaffenden sind die 2012 von Peter Fischer initiierten Künstlerpartnerschaften des Zentrum Paul Klee ungewöhnliche Kooperationen. Statt wie üblich für eine bestimmte Dauer einen Ausstellungsraum zu bespielen oder an bestimmten Terminen eine Veranstaltung zu bestreiten, versuchen die beiden Partner Museum und Künstler, sich in einem unangestrengten, nicht präzise abgesteckten Miteinander zu verbinden und ihre beiderseitigen Programme, Anliegen und Interessen sozusagen parallel zu verfolgen.

In einer zweiten, von Peter Fischer in Zusammenarbeit mit Simone Büsch-Küng kuratierten Künstlerpartnerschaft nach Lutz & Guggisberg (2013–2014) setzte sich Catherine Gfeller intensiv mit der Institution Zentrum Paul Klee und dem Werk von Paul Klee auseinander. ZIG ZAG ZPK umfasste ein Dutzend Teilprojekte in verschiedenen Medien. Viele davon waren subtile Interventionen an unerwarteten Orten im Gebäude und unter Verwendung  von Kommunikationskanälen, die sonst nicht künstlerisch bespielt werden, darunter die Audioguide-Tour VOYAGE AU PAYS DE LA MEILLEURE CONNAISSANCE (Reise ins Land der besseren Erkenntnis) durch das Gebäude und das Umland, die über die Laufzeit des Projektes hinaus permanent erhältlich ist.

2015

FRUCHTLAND. Natur Kultur Agrikultur

In einer Wiederaufnahme der ursprünglichen Idee von Renzo Piano, die Umgebung des Zentrum Paul Klee landwirtschaftlich zu nutzen, haben Peter Fischer und der Agroökologe Fritz Häni neue Konzepte zur nachhaltigen Bodenbewirtschaftung der 2,5 ha grossen Umgebung des Zentrum Paul Klee entwickelt und 2015 erstmals modellhaft umgesetzt. FRUCHTLAND ist interdisziplinär angelegt und arbeitet mit verschiedenen Partnerinstitutionen zusammen. Die jährlichen Schwerpunkte richten sich nach den anzupflanzenden Fruchtfolgen, und die Vermittlung der Themen bezieht u.a. auch an künstlerische, von der Natur inspirierte Konzepte mit ein, von Paul Klees PRINCIPIELLER ORDNUNG bis zu Mario Merz’ Fibonacci-Werken.

2014

Antony Gormley. Expansion Field

Peter Fischer lud Antony Gormley zu dessen erster Einzelausstellung in einem Schweizer Museum ein. Im grossen Maurice E. Müller-Saal des Zentrum Paul Klee wurden dafür alle Wände entfernt, sodass eine Halle von fast 1700 m² Fläche und bis zu 11 Meter Höhe zur Verfügung stand. Gormley entwarf eine neue Arbeit, EXPANSION FIELD, bestehend aus 60 aus Corten-Stahl gefertigten orthogonalen Skulpturen. Mit ihrer Platzierung in einem strengen Raster in der Mitte des Raumes kontrastierte und kommentierte sie in reizvoller Weise die organische Formensprache der Architektur des Zentrum Paul Klee von Renzo Piano.

2013–2014

Lutz & Guggisberg – Künstlerpartnerschaft ZPK

Mit Blick auf die normalen «Geschäftsmodelle» zwischen Kulturinstitutionen und Kunstschaffenden sind die 2012 von Peter Fischer initiierten Künstlerpartnerschaften des Zentrum Paul Klee ungewöhnliche Kooperationen. Statt wie üblich für eine bestimmte Dauer einen Ausstellungsraum zu bespielen oder an bestimmten Terminen eine Veranstaltung zu bestreiten, versuchen die beiden Partner Museum und Künstler, sich in einem unangestrengten, nicht präzise abgesteckten Miteinander zu verbinden und ihre beiderseitigen Programme, Anliegen und Interessen sozusagen parallel zu verfolgen.

In einem länger andauernden Prozess war das Künstlerduo Andres Lutz und Anders Guggisberg 2013–2014 mit Werken, Performances und Aktionen im Zentrum Paul Klee präsent. Zwei Werke von Lutz & Guggisberg – die Betonskulptur ZUG und die Intervention FENSTER FÜR GESPENSTER – bleiben seither im Aussenraum des Zentrum Paul Klee permanent installiert.

2010

Lebenszeichen

Mit ihren Mitteln der Imagination, Abstraktion und Narration setzt sich die Kunst seit ihren Ursprüngen im Paläolithikum mit den grossen Lebensfragen auseinander. Die Ausstellung im Kunstmuseum Luzern umfasste Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die altes, künstlerisch überliefertes Wissen in ihre Arbeit einfliessen lassen.

Lebenszeichen. Altes Wissen in der zeitgenössischen Kunst, eine Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, 2010, kuratiert von Peter Fischer und Brigitt Bürgi, mit Werken von Adel Abdessemed, Marina Abramovic, Sanford Biggers, Louise Bourgeois, Peter Buggenhout, Nathalie Djurberg, Amar Kanwar, Bharti Kher, Sigalit Landau, Tea Mäkipää, Ana Mendieta, Mariella Mosler, Kiki Smith, Nancy Spero, Philip Taaffe, Su-Mei Tse.

Thematische Ausstellungen, kuratiert zusammen mit Brigtt Bürgi

Seit 2002 realisiert Peter Fischer zusammen mit der Künstlerin und Kunstvermittlerin Brigitt Bürgi thematische Ausstellungen. Im Zentrum stehen Themen existenzieller Dimensionen. Die Ausstellungen leben von einer intensiven Zusammenarbeit mit zeitgenössischen internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von einer emotionalen, intellektuellen, z.T. auch schöpferischen Involviertheit des Publikums. Die Ausstellungen befördern das Verständnis für einen aktuellen künstlerischen Ausdruck als Beitrag zu einer Reflexion über Sein und Handeln in unserer Welt. Sie sind offen, undogmatisch und gleichwohl in hohem Masse politisch zu verstehen.

2008–2013

Kompetenzzentrum für Kunstvermittlung

2008 konzipierte Peter Fischer zusammen mit Brigitt Bürgi in Luzern das Entwicklungsprojekt Kompetenzzentrum für Kunstvermittlung das er bis 2011 leitete, ab 2009 in Zusammenarbeit mit Susanne Kudorfer.

Am Schnittpunkt von Kunst, Bildung und Öffentlichkeit findet sich ein Spannungsfeld von grossem Potential, das nicht adäquat genutzt wird. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen versuchte dieses Projekt eine Revision gängiger Kunst- und vor allem Kunstvermittlungspraktiken vorzunehmen sowie neue Formen zu entwickeln, überprüfen und befördern. Hinsichtlich der Partnerschaften lag der Fokus vorerst bei den Institutionen der tertiären Bildung auf dem Platz Luzern (Campus Luzern), insbesondere der Hochschule Luzern – Design Kunst. Zugleich sollte sich das Projekt national und international vernetzen und den Austausch pflegen. Schlussendlich ging es um nicht weniger als die kritische und produktive Reflexion über die zukünftige Rolle der Kunst und Kunstvermittlung im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Das Projekt war auf fünf Jahre anberaumt und bereitete die Etablierung eines Kompetenzzentrums für Kunstvermittlung mit eigener Trägerschaft vor.

Projektpartner: Art Mentor Foundation Lucerne, Avina Stiftung, Gebert Rüf Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Hochschule Luzern, Pädagogische Hoschschule Zentralschweiz.

2005

A Kind of Magic

Eine Ausstellung, die sich für transformatorische Prozesse interessiert. Die Werke der beteiligten Künstlerinnen und Künstler – viele davon wurden speziell für die Ausstellung geschaffen – wirken auf das Realitätsempfinden der Betrachterinnen und Betrachter ein, sie eröffnen Passagen und neue Horizonte, sie arbeiten prozesshaft und zyklisch, analog zu den Kreisläufen, welche die Natur und das Leben bestimmen und erneuern. Die Ausstellung handelte von Feuer, Erde, Wasser und Luft, vom Fliegen und Eintauchen, von schwarzen Schneewittchen und Rotkäppchen mit ihren Wölfen, von Bergen aus Reis, Blumenteppichen und Glaszauber, von Brücken, die überquert werden wollen und vor allem von Künstlerinnen und Künstlern, die produktiv mit Gegensätzen umgehen.

A Kind of Magic. Die Kunst des Verwandelns, eine Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, kuratiert von Peter Fischer und Brigitt Bürgi, 2005, mit Werken von Stefan Banz, Dale Chihuly, Lori Hersberger, Carsten Höller, Rosemary Laing, Agnes Martin, Victorine Müller, Xie Nanxing, Bernie Searle, Kiki Smith, Nicoletta Stalder, Bill Viola.

Thematische Ausstellungen, kuratiert zusammen mit Brigtt Bürgi

Seit 2002 realisiert Peter Fischer zusammen mit der Künstlerin und Kunstvermittlerin Brigitt Bürgi thematische Ausstellungen. Im Zentrum stehen Themen existenzieller Dimensionen. Die Ausstellungen leben von einer intensiven Zusammenarbeit mit zeitgenössischen internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von einer emotionalen, intellektuellen, z.T. auch schöpferischen Involviertheit des Publikums. Die Ausstellungen befördern das Verständnis für einen aktuellen künstlerischen Ausdruck als Beitrag zu einer Reflexion über Sein und Handeln in unserer Welt. Sie sind offen, undogmatisch und gleichwohl in hohem Masse politisch zu verstehen.

2004–2007

Projekt Sammlung 04-->06

Die Sammlung des Kunstmuseums Luzern ist eine Universalsammlung mit Schwerpunkten bei der regionalen und der Schweizer Kunst seit dem 19. Jahrhundert. Im Bereich der Gegenwartskunst, d.h. seit den 1970er Jahren verfolgt die Sammlung entlang der Ausstellungstätigkeit die internationalen Kunstentwicklungen.

Ein gut alimentierter Sammlungsfonds musste 2000/2001 nach der Wiedereröffnung des Kunstmuseums im KKL Luzern zur Deckung massiver aufgelaufener Betriebsdefizite herhalten. Nachdem Peter Fischer, 2001 als Direktor ans Kunstmuseum Luzern gewählt, 2004 den Turn-around geschaffen hatte, initiierte er das Projekt Sammlung 04–>06. Er berief dafür den Kunsthistoriker Christoph Lichtin ans Kunstmuseum.

Das Projekt Sammlung 04->06 verfolgte vier Hauptziele:
1. Wiederäufnung des Sammlungsfonds
2. Optimierung des wissenschaftlichen Inventars und Aufarbeiten von Altlasten
3. Publikation der Sammlung in einem auf Internet zugänglichen Online-Sammlungskatalog
4. Vermittlung der Sammlung in wechselnden thematischen Präsentationen

Projektpartnerin war die Art Mentor Foundation Lucerne, die sich bereit erklärte, die Zuwendungen zahlreicher privater wie institutioneller Gönner zu verdreifachen.

 

2003

me & more

Die Ausstellung me & more thematisierte das Ich im Spannungsfeld von Individualität und Auflösung. In bewusster Ausweitung des Mottos «Ich» des Lucerne Festival 2003 strebte die Schau im Kunstmuseum Luzern eine Erfahrung unseres eigenen Ichs und besonders dessen variabler Grenzen an.

me & more, Ausstellung im Kunstmuseum Luzern 2003, kuratiert von Peter Fischer und Brigitt Bürgi, in Zusammenarbeit mit Susanne Neubauer, mit Werken von Magdalena Abakanowicz, Laylah Ali, Ross Bleckner, Antony Gormley, Yishai Jusidman, Barbara Kruger, Elke Krystufek, Urs Lüthi, Tajana Marusic, Ernesto Neto, Chloe Piene, Kiki Smith, Miao Xiaochun, Zhang Huan.

Thematische Ausstellungen, kuratiert zusammen mit Brigtt Bürgi

Seit 2002 realisiert Peter Fischer zusammen mit der Künstlerin und Kunstvermittlerin Brigitt Bürgi thematische Ausstellungen. Im Zentrum stehen Themen existenzieller Dimensionen. Die Ausstellungen leben von einer intensiven Zusammenarbeit mit zeitgenössischen internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von einer emotionalen, intellektuellen, z.T. auch schöpferischen Involviertheit des Publikums. Die Ausstellungen befördern das Verständnis für einen aktuellen künstlerischen Ausdruck als Beitrag zu einer Reflexion über Sein und Handeln in unserer Welt. Sie sind offen, undogmatisch und gleichwohl in hohem Masse politisch zu verstehen.

2002

Another World. 12 Bettgeschichten

Das Bett ist ein Hort der Ruhe, des Schlafes, der Rekreation, es ist der Platz für Lust und Liebe, aber auch für Krankheit und Sterben. Es ist eine Stätte des Übergangs, in ihm ruhen gleichermassen Anfang und Ende des menschlichen Lebenszyklus, in ihm werden die Grenzen unseres Lebens überschreitbar. Geburt, Schlaf, Traum, Alptraum, Erinnerung, Ekstase, Erneuerung, Tod sind Ereignisse, bzw. Zustände, die unter Ausschaltung der Kontrolle des Bewusstseins neue Welten erschliessen.
Die für das Kunstmuseum Luzern realisierte Ausstellung war als Passage von zwölf «Dormitorien» angelegt und vereinte in sich geschlossene Werkgruppen oder Installationen von zwölf zeitgenössischen Kunstschaffen sowie Werken von Ferdinand Hodler aus seinem berühmten Zyklus der sterbenden Valentine Godé-Darel.

Another World. 12 Bettgeschichten, Ausstellung im Kunstmuseum Luzern 2002, kuratiert von Peter Fischer und Brigitt Bürgi, in Zusammenarbeit mit Susanne Neubauer, mit Werken von Louise Bourgeois, Eric Fischl, Robert Gober, Mona Hatoum, Ferdinand Hodler, Rebecca Horn, Ilona Németh, Yoko Ono & John Lennon, David Reed, Pipilotti Rist, Chiharu Shiota, Roman Signer, Hannah Wilke.

Thematische Ausstellungen, kuratiert zusammen mit Brigtt Bürgi

Seit 2002 realisiert Peter Fischer zusammen mit der Künstlerin und Kunstvermittlerin Brigitt Bürgi thematische Ausstellungen. Im Zentrum stehen Themen existenzieller Dimensionen. Die Ausstellungen leben von einer intensiven Zusammenarbeit mit zeitgenössischen internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie von einer emotionalen, intellektuellen, z.T. auch schöpferischen Involviertheit des Publikums. Die Ausstellungen befördern das Verständnis für einen aktuellen künstlerischen Ausdruck als Beitrag zu einer Reflexion über Sein und Handeln in unserer Welt. Sie sind offen, undogmatisch und gleichwohl in hohem Masse politisch zu verstehen.

2000–2001

The Power of Art

Im Hinblick auf die Eröffnung der musealen Ausstellungsräume «Daros Exhibitions» im Zürcher Löwenbräu-Areal entwickelten Peter Fischer und Brigitt Bürgi ein niederschwelliges Kunstvermittlungskonzept. Das Konzept THE POWER OF ART für «Daros Art Education» konzentrierte sich vorerst auf ein junges Kunstpublikum und bezweckte, vor allem Lehrpersonen dabei zu unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler mit zeitgenössischer Kunst vertraut zu machen.

Modellhaft wurden Vermittlungsprojekte zu den beiden ersten Ausstellungen WARHOL POLKE RICHTER (Sommer 2001) und NAUMAN KRUGER JAAR (Herbst 2001) entwickelt, die unter der Leitung von Brigitt Bürgi umgesetzt wurden. Im Vordergrund standen die Partizipation sowie die direkte Konfrontation der von den Teilnehmenden kreierten Arbeiten mit den originalen Kunstwerken.

2000

Louise Bourgeois. The Insomnia Drawings

Bei der Erwerbung der INSOMNIA DRAWINGS (1994–1995), einem der bedeutendsten Zeichnungskonvolute von Louise Bourgeois, versprachen die Verantwortlichen der Daros Collection, deren Kurator Peter Fischer von 1995 bis 2001 war, der Künstlerin, das Werk angemessen zu publizieren. Peter Fischer war dann für Konzept, Herausgabe und Produktion dieser herausragenden Publikation verantwortlich. In Faksimile-Manier sind alle 220 Blätter doppelseitig im 7-Farben-Offsetdruck im Filmlithographieverfahren reproduziert, das zweibändige, von Jean und Käthi Robert gestaltete Buch wurde u.a. auch in einer limitierten Sonderausgabe mit einer beigebundenen Originalradierung von Louise Bourgeois publiziert und gemeinsam von Scalo und Peter Blum Editions verlegt.

1999

Abstraction, Gesture, Ecriture

An die erste Publikation der lange Zeit nicht öffentlich auftretenden Daros Collection wurden hohe Ansprüche gestellt, was die Qualität sowohl der Inhalte wie des Druckes und der Ausstattung betraf. Peter Fischer, Kurator der Daros Collection von 1995 bis 2001, konzipierte 1999 ein Buch, das Werkgruppen von Künstlern umfasste und beschrieb, die zum Grundbestand der hochkarätigen Sammlung v.a. amerikanischer Kunst seit den 1950er Jahren gehören. Die Auswahl für Abstraction, Gesture, Ecriture war bewusst auf gestisch oder zeichenhaft abstrakte Werke beschränkt und umfasste die Künstler Jackson Pollock, Willem de Kooning, Joan Mitchell, Cy Twombly, Brice Marden, Robert Ryman, Andy Warhol, Jonathan Lasker, David Reed, Philip Taaffe und Jean-Michel Basquiat. Als Autoren konnten Yve-Alain Bois, Enrique Juncosa, Rosalind E. Krauss, Richard D. Marshall und Brenda Richardson gewonnen werden.