Aktuell/Ongoing

aktuell

Die Zukunft kuratieren

Peter Fischer und Brigitt Bürgi lancieren gegenwärtig ein Forum für Kunstschaffende und KunstvermittlerInnen zwecks Austausch, Anregung und Diskussion von künstlerischen Themen und Projekten angesichts der aktuellen und voraussichtlich andauernden Corona-Ausnahmesituation.

Mehr Information demnächst hier.

Kontaktmöglichkeit via Email: info@p-fischer.ch

2020 ff.

Trun Cultura

Casa Carigiet, Trun

Seit Anfang 2020 erstellt im Auftrag des neu gegründeten Vereins „Trun Cultura“ eine Arbeitsgruppe eine Studie und spezifische Konzepte für kulturelle Aktivitäten in Trun GR. Peter Fischer ist zuständig für Belange der Museologie und für Betriebsmodelle. Ziele des Vereins sind Erhalt und Vermittlung des kulturellen Erbes von Trun sowie generell die umfassende Nutzung des gesamten kulturellen Potenzials dieses geschichtsträchtigen Ortes in der Surselva.

Im Vordergrund steht der Erwerb und die kulturelle Nutzung der heutigen Brandruine der Casa Carigiet, des Geburtshauses des berühmten Brüderpaars Alois und Zarlie Carigiet. Die vielfältigen Werke des Malers und Illustrators Alois Carigiet sowie des Schauspielers Zarlie Carigiet sollen noch umfassender als heute vermittelt werden und als Inspiration für neue kulturelle Aktivitäten dienen. Ein weiterer berühmter Sohn Truns ist der bedeutende Maler und Bildhauer Matias Spescha (1925-2008). Seine imposante Grosskulptur „Ogna“ ist am südlichen Ortsrand von Trun bereits zugänglich. Das Projekt birgt grosses Potenzial, sowohl hinsichtlich eines touristischen Nutzens wie auch der Bestrebung, einen Ort/eine Region mittels künstlerischen Aktivitäten neu zu beleben und damit einen Mehrwert zu schaffen.

Siehe Webseite von Trun cultura

2021

Skulptur in der Schweizer Kunst 1945 bis heute (Arbeitstitel)

Aargauer Kunsthaus, Aarau, Foto: Georg Aerni, Zuerich

Ausstellung für das Aargauer Kunsthaus, Mai bis August 2021, kuratiert von Peter Fischer

Die Beiträge von Schweizer Künstlern und Künstlerinnen zur Entwicklung der Gattung der Skulptur in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts sind nicht zu unterschätzen. Man denke an die Tradition der Eisenplastik, die durch Schweizer Pioniere wie Walter Bodmer, Robert Müller oder Bernhard Luginbühl wesentliche Impulse erhalten hat und bis heute weiter gepflegt wird. Zu erwähnen ist auch das bedeutsa­me plastische Schaffen der konkreten Kunst, angeführt von Max Bill, und dann besonders die Erschliessung neuer Verfahren und Themen durch die Vertreter des Nouveau Réalisme – von Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle und Daniel Spoerri bis Dieter Roth – und deren Nähe zur internationalen Fluxusbewegung. Die neuen Errungenschaften bewirkten ab den 1960er Jahren eine bislang ungesehene Pluralität der Kunststile, die sich auch im skulpturalen Schaffen manifestierte und sowohl in die Geleise der Pop Art wie die Pfade der Arte Povera, um nur zwei für die Schweiz bedeutsame Stilfelder zu nennen, mündete. Aber natürlich gilt es an erster Stelle die Heroen ins Feld zu führen: Alberto Giacometti, Hans Arp, der bereits erwähnte Max Bill, Meret Oppenheim, letztere eine der wenigen Schweizer Frauen zwischen Angelica Kauffmann und Pipilotti Rist, die es bislang in die internationale Kunstgeschichtsschreibung geschafft haben. Ihr Kreis wird in jünge­rer Zeit zurecht erweitert, genannt seien hier nur Germaine Richier, oder Isabelle Waldberg, sowie auch männliche Kollegen, insbesondere Hans Josephson. Schliesslich genügen wenige, exemplarisch ausgewählte Namen, um die Bedeutung von Schweizer Plastikerinnen und Plastikern für die «nachmoderne» internatio­nale Kunst zu bezeugen: Markus Raetz, Fischli/Weiss, Heidi Bucher, Roman Signer, Not Vital, Silvie Fleury, Ugo Rondinone, Urs Fischer. Und daran schliesst sich nahtlos eine ganze Reihe junger Schweizer Kunst­schaffender unser aktuellen Gegenwart an, darunter auffallend viele Künstlerinnen, welche in 3D arbeiten.

Gleichwohl wird die Skulptur in der Historiographie der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts stief­mütter­lich behandelt. Es gibt zwar Darstellungen monografischen Charakters oder zu Einzelaspekten wie der Schweizer Eisenplastik, was hingegen nahezu fehlt, sind eigentliche Standardpublika­tionen und entsprechende Überblicksausstellungen zur jüngeren Geschichte dieser Gattung in der Schweiz.

Das Aargauer Kunsthaus unternimmt hier nun den Versuch, die Lücke zu schliessen. Für dieses Unterfan­gen erscheint es aus verschiedenen Gründen prädestiniert: Erstens profi­liert sich das Aargauer Kunsthaus mit seiner Sammeltätigkeit seit vielen Jahrzehnten als eines der ersten Museen für die Schweizer Kunst, zweitens hat es sich in derselben Zeitspanne um die Aufarbeitung und zugleich adäquate wie innovative Vermitt­lung wichtiger Kapitel der Schweizer Kunst verdient gemacht.. Erinnert sei – um nur Projekte des vergangenen Jahrzehnts anzuführen – an die Ausstellungen und Kataloge «Surrealismus Schweiz» 2018–19, «Swiss Pop Art» 2017, «La jeunesse est un art», 2012, aber auch zahlreiche Sammlungs­prä­sentationen wie «Blinde Passagiere», 2018, oder «Stille Reserven», 2013. Daran will diese Ausstellung anschliessen und eine weitere (Neu­-) Betrachtung der Schweizer Kunst anhand des skulpturalen Schaffens und aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts ermöglichen.

Der Projektfortschritt wird hier laufend ergänzt.

2021

GRAND TOUR CASPAR WOLF: Eine Reise durch die Innerschweiz 250 Jahre nach Caspar Wolf

Caspar Wolf, Vue de la Caverne du Dragon, Aquatinta, 1985

Ausstellung im Singisen Forum, Muri AG, 2021 (Daten t.b.d.) und im Haus für Kunst Uri, Altdorf, 2022 (Daten t.b.d.)

Projektträgerschaft: Stiftung Murikultur, Idee und Kuration: Peter Fischer, in Zusammenarbeit mit Barbara Zürcher

Der Murianer Künstler Caspar Wolf (1735-1783) gilt als Pionier der europäischen Landschaftsmalerei. Angeregt von bedeutenden Exponenten der Aufklärung in der Schweiz, u.a. Albrecht von Haller, unternahm er in den 1770er Jahren Expeditionen in die Alpen, um die Hochgebirgslandschaft erst­malig so in Bilder zu fassen, wie sie sich auch wirklich präsentierte. Vergleichbar mit den damaligen Bildungsreisen der jungen Adligen durch Europa – auch «Kavalierstour» oder eben «Grand Tour» genannt – war auch Wolf unterwegs, allerdings in teilweise nur beschwerlich zugänglichen, dafür umso pittoreskeren Gegenden. Folge­richtig publizierte der Berner Verleger Abraham Wagner die Wolf’schen Landschaften 1777 in Form von Druckgrafiken unter dem Titel «Merkwürdige Prospekte aus den Schweizer Gebürgen» oder – in späteren französischen Ausgaben – als «Vues remarquables des montagnes de la Suisse». Nebst der 1777 publizierten Expedition ins Lauterbrunnental bereiste der Künstler auch die Innerschweiz, teilweise noch vor seinem Umzug nach Bern im Jahre 1773.

Die Ausstellung rekonstruiert anhand der gemalten Motive eine mögliche Reiseroute Wolfs. Mit Start in Muri geht’s erst mal auf die Rigi, dann ins Urnerland, via Schöllenen, Urserental und Furkapass zum Rhonegletscher, um schliesslich nach dem Grimselpass mit dem Haslital das Berner Oberland zu streifen und danach zurück in die Innerschweiz zu gelangen. Mit Station bei der berühmten Drachen­höhle bei Stans führt der Weg zurück ins Freiamt, zu Wolfs Heimatort Muri.

Caspar Wolfs Bilder sind nicht nur in künstlerischer Hinsicht wertvolle Dokumente ihrer Zeit, sondern zugleich seltene Zeugnisse der damaligen Beschaffenheit der von ihm abgebildeten Landschaften. Nicht  von ungefähr dienen sie heute der Wissenschaft, beispielsweise der Glaziologie, als historische Referenz. Wie sich dieselben Örtlichkeiten im Vergleich mit Caspar Wolfs Ansichten heute präsentie­ren, diese Frage liegt dem Konzept dieser Ausstellung zugrunde. In welcher Weise hat sich die Landschaft, wie hat sich unser Lebensraum innert der letzten 250 Jahre verändert?

Künstlerinnen und Künstler, die sich mit den Themen Landschaftswiedergabe, Landschaftsverände­rung oder generell mit den (Kultur-)Landschaften der (Zentral-)Schweiz befassen, werden eingeladen, sich zu den Schauplätzen Caspar Wolfs aufzumachen. Was sie von dort mitbringen, sind Beobachtun­gen, Untersuchungen, Fragen und neue, teilweise symbolhafte, auf jeden Fall künstlerische Bilder. In der Ausstellung sind die derart entstandenen Werke den originalen Gemälden und Grafiken von Caspar Wolf in unterschiedlicher Weise gegenübergestellt. Sie sprechen mit diesen und zu uns über die Möglichkeit, Landschaft künstlerisch zu fassen, über den Wandel unserer Umwelt, vielleicht auch über Konstanten der Natur – ganz generell über unser Verhältnis zu unserer näheren und weiteren Umgebung.

Der Projektfortschritt wird hier laufend ergänzt.